Rund 130 Teilnehmende kamen in Abidjan zum offiziellen Start von WIDU.africa in Côte d’Ivoire zusammen. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein für die Ausweitung des Programms in Westafrika erreicht.
Die Veranstaltung fand im Mövenpick Hotel im Rahmen der La Grande Semaine du Retour 2026 statt und brachte Unternehmer und Unternehmerinnen, Vertretende der Diaspora, Entwicklungspartner und politische Entscheidungsträger*innen zusammen. Unter den Gästen waren auch der deutsche Botschafter sowie hochrangige Vertreterinnen der ivorischen Regierung.
Da fast die Hälfte der Teilnehmenden aus der Diaspora kam, war die Veranstaltung weit mehr als ein offizieller Programmstart. Sie entwickelte sich zu einem lebendigen Austausch über Ideen, Erfahrungen und Perspektiven für die unternehmerische Zukunft Côte d’Ivoires.
Ein Teilnehmer brachte die Begeisterung mit einer einprägsamen Aussage auf den Punkt: „Geld nach Hause zu schicken, ohne WIDU zu nutzen, ist eine verpasste Chance.“
Die Aussage verdeutlichte eine zentrale Botschaft der Veranstaltung: Die Solidarität innerhalb der Diaspora ist bereits vorhanden – WIDU bietet die Möglichkeit, noch mehr daraus zu machen. Indem das Programm an die finanziellen Beiträge anknüpft, die Familien und Freund*innen bereits heute leisten, hilft es dabei, bestehende Unterstützung in produktive Investitionen umzuwandeln. Ergänzt wird diese durch Zuschüsse und professionelles Business-Coaching.
Die Energie im Raum war deutlich spürbar. Insbesondere die Vertreter*innen der Diaspora beteiligten sich engagiert. Sie nutzten die Gelegenheit nicht nur, um mehr über das Programm zu erfahren, sondern auch, um Fragen zu stellen, Herausforderungen anzusprechen und eigene Perspektiven einzubringen.
Einer der Höhepunkte des Nachmittags war der Auftritt von Mme Johnson, einer WIDU-Teilnehmerin, die auf der Bühne von ihrem Weg als Unternehmerin berichtete. Mit klaren Worten und großer Überzeugung schilderte sie ihre Erfahrungen und ging insbesondere auf den Mehrwert des professionellen Coachings ein, das sie erhalten hatte. Ihr Beitrag stieß auf große Resonanz im Publikum.
Ein Panel mit Fachexpertinnen, die direkt mit Unternehmerinnen in Côte d’Ivoire und Europa zusammenarbeiten und sich teilweise dank der Veranstaltung zum ersten Mal begegneten, brachte unterschiedliche Perspektiven auf die Herausforderungen für Unternehmen zusammen. Die Diskussion reichte von begrenztem Zugang zu Finanzierung und Geschäftsmöglichkeiten – insbesondere für junge Menschen – bis hin zu regulatorischen Hürden, mit denen sowohl Unternehmerinnen als auch Investorinnen aus der Diaspora konfrontiert sind.
Doch der Austausch beschränkte sich nicht auf die Bühne. Im gesamten Saal meldeten sich Teilnehmende zu Wort und brachten ihre unterschiedlichen Erfahrungen in die Diskussion ein. Darunter war ein Luftfahrtingenieur, der eine Rückkehr nach Côte d’Ivoire in Betracht zieht, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen, ebenso wie eine Frau, die ihrem Bruder und dessen Familie eine bessere Zukunft ermöglichen möchte. Ihre Beiträge machten deutlich, welche persönlichen Hoffnungen und Ziele hinter den übergeordneten wirtschaftlichen Diskussionen stehen.
Die Veranstaltung bot außerdem Gelegenheit, die wachsende Bedeutung des WIDU-Programms in Afrika hervorzuheben. Mittlerweile ist WIDU in zehn Ländern aktiv und unterstützt mehr als 8.000 Unternehmen. Diese Entwicklung bildet eine solide Grundlage für die weitere Arbeit des Programms in Côte d’Ivoire.
Ein besonders deutliches Zeichen für das Interesse an WIDU zeigte sich jedoch gegen Ende der Veranstaltung: Einige Vertreter*innen der Diaspora registrierten sich bereits vor Ort mit ihren Mobiltelefonen auf der WIDU-Plattform – entschlossen, ihr Interesse in konkrete Schritte umzusetzen.
Das Engagement ist bereits da. Jetzt geht es darum, daraus langfristige Chancen zu schaffen.
In Côte d’Ivoire wird WIDU von der GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt. Das Programm wird von der Europäischen Union unterstützt und ist Teil der Team-Europe-Initiative „Investing in Young Businesses in Africa“.