Alles, was Sie über WIDU wissen müssen!

 

Was ist WIDU?

Nach Schätzungen der Weltbank überweisen Mitglieder der afrikanischen Diaspora in Deutschland jährlich 1,2 Mrd. € in ihre Herkunftsländer, um damit Familie, Freunde und Bekannte zu unterstützen. Das Geld wird nur in wenigen Fällen für unternehmerische Investitionen genutzt. Klar ist, dass dort ein großes Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Länder steckt. WIDU setzt genau dort an. Das Vorhaben lenkt bestehende Geldflüsse in nachhaltige Investitionen für Existenzgründungen und kleine Unternehmen um. Im Mittelpunkt steht dabei die WIDU Plattform, die allen Beteiligten eine transparente und effiziente Projektabwicklung ermöglicht. Geförderte Unternehmer* innen erhalten neben der finanziellen Unterstützung der Diaspora einen finanziellen Zuschuss und kostenfreie Coaching-Maßnahmen von WIDU. Das Ziel? Die Schaffung von neuen Jobs, gesteigertem Einkommen und besseren wirtschaftlichen Perspektiven für Ghana und Kamerun.

An wen richtet sich WIDU?

WIDU ist gemacht für diejenigen, die die wirtschaftliche Lage in Afrika nachhaltig verbessern möchten. Konkret richtet sich die Initiative an Privatpersonen der ghanaischen oder kamerunischen Diaspora in Deutschland, die regelmäßig Geld in ihre Heimatländer überweisen. Mit WIDU erhalten diese von Anfang bis Ende Einblick in das Förderprojekt und dessen Umsetzung vor Ort. Diaspora Förder*innen können sich dadurch vergewissern, dass ihre Überweisung sinnvoll eingesetzt wird. Gleichermaßen profitieren die Unternehmer*innen aus Ghana und Kamerun, die mit WIDU in die Zukunftsfähigkeit ihres Geschäfts investieren können. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Förderprogramm ist, dass sich die Projektpartner bereits kennen und gegenseitig vertrauen. Wichtig ist außerdem, dass beide Parteien – Förder*innen und Unternehmen – bereit sind, in gleicher Höhe in das Geschäft vor Ort zu investieren. Nach erfolgreichem Coaching und Nachweis der privaten Investition auf der Plattform, erfolgt der Zuschuss in Höhe des gemeinsamen Beitrags durch WIDU zur Weiterentwicklung des Unternehmens.

Wie funktioniert es?

Um einen Projektantrag stellen zu können, müssen sich der oder die Diaspora-Vertreter*in und das Unternehmen oder die Unternehmensgründer*in auf der Plattform registrieren und als Projektpartner vernetzen. Geben Sie hierzu die E-Mail-Adresse der Unternehmerin oder des Unternehmers aus Ghana oder Kamerun an, die Sie finanziell bei der Unternehmensgründung oder der Unternehmensentwicklung unterstützen möchten. Als Existenzgründer*in oder Unternehmer*in erhalten Sie von WIDU eine Einladung mit einem Bestätigungslink. Wenn sich beide angemeldet haben, können die persönlichen Profile und das gemeinsame Projekt auf der Plattform angelegt werden.
Diese Benutzerprofile müssen vollständig ausgefüllt sein, bevor der Antrag auf den WIDU-Zuschuss gestellt werden kann Die Benutzerprofile umfassen neben Informationen zu Ihrer Person und Motivation auch einen Prozess der Verifizierung Ihrer Identität. Bitte halten Sie für diesen Schritt Ihren Personalausweis oder Reisepass bereit.

Ein WIDU-Projekt gliedert sich in drei Phasen:

  1. Anlegen der Profile und des Projektes
  2. Nachweis der investiven Mittelverwendung und Zuschuss-Antrag
  3. Zahlung des Zuschusses

Über ein sogenanntes Dashboard auf der Plattform können Sie jederzeit den aktuellen Projektfortschritt einsehen und erfahren, welche Aktivitäten als nächste Schritte erforderlich sind.  
Nach dem Anlegen der persönlichen Profile wird die Projektbeschreibung auf der Plattform angelegt. Förderer*innen geben den Betrag der finanziellen Förderung an, den sie für die Umsetzung des Projektes zur Verfügung stellen möchten. Existenzgründer*innen und Unternehmer*innen beschreiben das Projekt, welches im Rahmen der Förderung in Ghana oder Kamerun umgesetzt werden soll, und geben ihrerseits die Höhe ihrer finanziellen Förderung für das Projekt an.
Sobald die Projektbeschreibung komplett ausgefüllt ist, können sich WIDU-Teams für den zweiten Schritt online bewerben. Ihr Projekt wird gemäß der WIDU-Teilnahmebedingungen geprüft, angenommen oder abgelehnt.
Wenn Ihr Projekt nicht vollständig den Teilnahmebedingungen entspricht, werden Sie benachrichtigt und gebeten, etwaige Angaben zu überprüfen. Projekte, die grob gegen die Teilnahmebedingungen verstoßen, werden deaktiviert.
In der zweiten Phase überweist der/die Förderer*in Geld an den/die Unternehmer*in in Afrika. Der Überweisungsbeleg muss als Nachweis hochgeladen werden.  
Eine Institution wird als Mentor*in zur Verfügung gestellt, um die Existenzgründer*innen oder Unternehmer*innen zu unterstützen.
Im Folgenden muss die Verwendung der finanziellen Förderung durch die Unternehmerin oder den Unternehmer über den persönlichen WIDU-Account dokumentiert werden. Diese Dokumentation umfasst eine genaue Beschreibung der Ausgaben und die Belege der Ausgaben. Abhängig von Ihrem Projekt kann dieser Schritt bis zu 3 Monate dauern.
Sobald alle Ausgaben dokumentiert sind, kann der Antrag für den Zuschuss gestellt werden. Nach Prüfung des Projektfortschrittes und der Vollständigkeit der Angaben gemäß den Teilnahmebedingungen wird der WIDU-Zuschuss gewährt oder abgelehnt.  Teams, deren Projekte nicht vollständig den Teilnahmebedingungen entsprechen, werden benachrichtigt und gebeten, etwaige Angaben zu überprüfen. Projekte, die grob gegen die Teilnahmebedingungen verstoßen, werden deaktiviert. Einige erfolgreiche Projekte werden ausgewählt, um auf der WIDU-Webseite der breiten Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Bei erfolgreicher Dokumentation wird der Zuschuss eingeleitet und der Überweisungsbeleg zur Information der Unternehmer*in auf der Plattform hochgeladen. Unternehmer*innen bestätigen den Zahlungseingang und dokumentieren wiederrum die Verwendung des Zuschusses durch Dokumentation der Ausgaben.

Wer wird gefördert und bezuschusst?

Existenzgründungen und Kleinunternehmen aus unterschiedlichen Branchen können unterstützt werden, z.B. in den Bereichen Textilhandel, Schneiderhandwerk, Automechanik, Bäckereigewerbe, Friseure, etc. Diese werden von Mitgliedern der afrikanischen Diaspora in Deutschland gefördert und bei erfolgreicher Teilnahme an Mentoring-Angeboten über die Plattform von der GIZ bezuschusst und von verschiedenen Partnern vor Ort begleitet. Aktuell werden Existenzgründungen und Unternehmen in Ghana und Kamerun unterstützt.

Wie viele Unternehmungen werden bezuschusst?

Abhängig von der Anzahl der Projektanträge und dem Erfolg und Unterstützungsbedarf der laufenden Projekte werden neue Projekte kontinuierlich aufgenommen. Da die Plattform darüber hinaus das Mentoring der Existenzgründungen und Unternehmen vor Ort gewährleisten möchte, kann es im Bewerbungsprozess zu Verzögerungen kommen.

Muss der Zuschuss zurückbezahlt werden?

Die Zuschüsse und das Mentoring/Coaching unterstützen eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung der Existenzgründungen und Kleinunternehmen. Diese müssen bei einer investiven Mittelverwendung nicht zurückgezahlt werden (siehe AGBs). Sollte es allerdings zu einem Mittelmissbrauch kommen, wird der erhaltene Zuschuss zurückgefordert und rechtliche Schritte werden eingeleitet.

Wer begleitet afrikanische Unternehmer*innen vor Ort?

Ausgesuchte Institutionen in Ghana und Kamerun begleiten die Existenzgründungen und Kleinunternehmen und stärken als Mentoren und Coaches die unternehmerischen Fähigkeiten und unterstützen z.B. bei der Entwicklung von Businessplänen oder bei der Unternehmensregistrierung.

Welche Bedingungen stellt WIDU für den Zuschuss?

Sobald ein Projektantrag einreicht wird, kann er für Phase 2 zugelassen werden. In Phase 2 müssen beide Mitglieder des Projekt-Teams die Überweisung der Förderung nach Afrika und die Gesamtinvestitionen in Afrika nachweisen. In diesem Schritt muss ebenfalls die Verwendung der Mittel durch Rechnungen, aber auch durch Fotos dokumentiert werden.  Zudem müssen Sie sich mit Ausweispapieren identifizieren.
Voraussetzung für die Förderung eines Projektes ist darüber hinaus ebenfalls die erfolgreiche Teilnahme der Existenzgründer*innen oder des Unternehmens an Coaching und Mentoring-Maßnahmen, welche über die Plattform angeboten werden.
Um dem Missbrauch von Förderung und Zuschuss zu verhindern, werden die Namen der teilnehmenden Personen mit den Sanktionslisten der EU und anderen Staaten abgeglichen. Projekte werden von WIDU ausgeschlossen, sobald einer der beteiligten Teilnehmenden auf diesen Listen geführt wird.

Wie werden meine Daten geschützt?

WIDU entspricht der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO).
Bis auf das Profilfoto und den Nicknamen werden personenbezogene Daten von Teilnehmerinnen und Teilnehmern nur nach Einwilligung veröffentlicht. Die in Projekte involvierten Akteur*innen können ausgewählte Informationen aus persönlichen und Projekt-Profilen einsehen.
Die GIZ kann alle Daten einsehen, verarbeiten und falls notwendig mit allen beteiligten Akteur*innen in Verbindung treten, oder durch Netzwerkpartner dabei vertreten werden. Ausgewählte Projektinformationen werden veröffentlicht, jedoch ohne Angaben zum finanziellen Umfang.
Übermittelte Informationen und Dateien werden auf einem besonders gesicherten Server in Deutschland aufbewahrt und nach Beendigung eines Projekts lediglich für die interne und anonymisierte Auswertung verwendet.

Auf welchem Wege erfolgt die Bezuschussung?

Förderer*in und Unternehmen können für ihre privaten Überweisungen den Zahlungskanal frei wählen.  Hilfestellung und Informationen über Möglichkeiten und Kosten der verschiedenen Zahlungswege werden über die Plattform bereitgestellt, u. a. über die bestehende, vom BMZ finanzierte Vergleichsseite www.geldtransfair.de. Der Nachweis der privaten Überweisung, z. B. ein Kontoauszug, ist digital auf die Plattform hochzuladen. Informelle Kanäle für Remittances oder auch Barzahlungen werden nicht akzeptiert. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach der Überweisung und dem Projektstart. Der Zuschuss wird direkt auf ein Konto des Unternehmens in Ghana/Kamerun ausgezahlt. Die Finanzierung wird nicht über die Plattform abgewickelt.

Kann ein Projekt mehrmals bezuschusst werden?

Eine Existenzgründung und ein Kleinunternehmen können bis zu drei Mal unterstützt werden. Voraussetzung für eine weitere Bezuschussung ist die vollständige Abwicklung der bereits erfolgten Projekte inklusive einer lückenlosen Dokumentation aller Ausgaben.

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